2. Dezember 2019 | Schluß mit meiner Selbstständigkeit

Das war es nun!

2 Jahre habe ich mit meiner Selbstständigkeit durchgehalten. 2 Jahre mit vielen Höhen und Tiefen. Am Anfang eine Menge von Ideen gehabt und mit viel Elan mich ins kalte Wasser gestürzt. Einiges habe ich auch umsetzen können. Ich war an vielen Orten: Detroit, Brüssel, Wien, Shenzhen, Vancouver. Aber auch Aalen, Bielefeld, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Karlsruhe und München. Viele hervorragende Leute kennengelernt, mein Netzwerk erweitert. Auf Augenhöhe Gespräche geführt. Und Fachwissen gegeben sowie hinzubekommen.

Schlussendlich habe ich es nicht geschafft, wirtschaftlich wirklich erfolgreich zu sein. Mache ich mir da Vorwürfe? Ja! Ich bin dann wohl nicht dazu geeignet. Und das nagt ganz schön an meinem inneren Kern. Ein Traum ist momentan zerbrochen. Ich hatte schon einmal eine Firma. Also schon wieder ein “Fuck-up”? Ein Traum, der etwas Großes für mich bedeutete. Menschen zu beraten, zu unterstützen, zu helfen.

Und wenn ich nur Geld verbrenne, dann ist irgendwann einfach Schluß damit. Faktisch, weil das Geld zu Ende geht. So einfach ist das. Ja, ich habe mir die ersten festen Kunden aufgebaut. Auch Aufträge bekommen. Und die wurden auch alle bezahlt. Danke dafür! So sollte es sein. Das fühlte sich richtig an.

Nun sitze ich hier und sage alles weitere ab. Kommende Aufträge, Tests, Berichte, Konferenzauftritte, Reports. Das schmerzt schon. Denn es fing gerade langsam an. Leider zu langsam. Trotz oft 10 Stunden im Büro. Oder auch am Wochenende. Und im anderen Homeoffice. Zeit ist da ja relativ.

Nun, der Automotive Kamerabereich kränkelt gerade. Vieles war und ist zäh und dauerte dann schlussendlich doch länger als gedacht. Manchmal lag es in meiner Verantwortung, das ich nicht vehement genug nachgehakt habe, manchmal eben auch am Kunden. Nun, es verschieben sich oft Prioritäten. So ist es eben.

Und ich war ehrenamtlich unterwegs. Sehr viel. Das war echt eine Erfahrung, die ich nie missen möcht. Vielleicht war es aber etwas zuviel unbezahlte Zeit für Print, TV und auf der Bühne. Also ist jetzt meine Radiosendung auf Eis. Geht terminlich in Schwäbisch Hall eh nicht mehr. Das letzte Mal am Donnerstag mit Folge 57 von Talk mit Dana. Die Reihe pausiert nach über zwei Jahren erst einmal. Ich habe Gäste für das nächste halbe Jahr auf meiner Liste. Die werde ich alle enttäuschen. Das schmerzt schon, denn durch das Radio und die Interviews bin ich sehr gereift. Habe viel von meinen starken Gästen mitgenommen. Ich danke euch!

Und wie geht es weiter? Immer dann, wenn alles dunkel ist, kommt die Sonne durch die Wolken. In einem dreistündigen Kundengespräch vor knapp drei Wochen wurde die Idee geboren, doch wieder in die Festanstellung zu gehen. Ui, das war so nicht gedacht. Ich hatte Vorbehalte. Mein dann “doch-nicht” Kunde war letztlich mein Fürsprecher. Wow! Eine Woche später ein Termin zum Vorstellungsgespräch. Beim obersten Chef der über 700 Mitarbeiter. Am nächsten Tag noch ein unterschriebener Arbeitsvertrag per Mail. Produktmanagerin. Für gefühlt irgendwie alles wo eine Kamera drin ist. Und für Kameras selbst. Denn es ist auch ein Kamerahersteller mit an Bord. Nochmals wow! So schnell dreht sich alles. Mein Gehirn wird eingestellt und auch dringendst benötigt. Ich werde dann auch in der Schweiz arbeiten, viel aus dem Koffer leben, Hotelfrühstück genießen und im lange im Auto sitzen. Na und?

Egal, wichtig sei doch, dass mein Wissen gefragt ist. Ich etwas bewegen darf. Und Veränderungen erlaubt sind. Genau mein Ding. Daher fühlt es sich richtig an. Und es brennt dort so sehr, dass ich in den nächsten Tagen schon vorab vorbei schauen darf. Damit das gesamte technische Kernteam mich kennenlernt.

Dann geht es zügig am 6. Januar 2020 los, ab in die Welt. Gleich voll rein ins Thema. Genau das, was ich schon erfolgreich seit drei Jahrzehnten mit Leidenschaft mache. Ich freu mich total auf meine neue Aufgabe.

Was sage ich immer in meinen Impulsvorträgen: “Leben ist Veränderung”. Stimmt!