14. Oktober 2017 | Live Session auf dem Barcamp Regensburg

Was für ein tolles Barcamp in Regensburg!

Mein Leben war die Tage echt im Umbruch. In der Firma ging es um meinen Arbeitsplatz. Ich war nach über 12 Jahren dort nicht mehr gewünscht. Und dann stand da nun der Barcamp Regensburg Termin im Kalender. Den ich unbedingt wahrnehmen wollte. Mein Leben der letzten 6 Jahre in 45 Minuten bild- und lebhaft zu erzählen. In dem Moment ein echter Spagat! Eine Kündigungsbitte kurz vorher vor den Kopf gehauen bekommen und dann soll ich über meine intimen Dinge erzählen?

Ein Barcamp hat nix mit Bar und Camp zu tun, es ist schlicht eine Konferenz. Knapp 100 angereiste Teilnehmer planen spontan um die 60 bis 80 Vorträge. Viele Parallel und über den Tag verteilt. Im Stundentakt. Das Camp selbst fand in total neuen Räumen in der Techbase in Regensburg statt, gigantisches Sommerwetter. Tolle Stimmung. Alles wird von Freiwilligen getragen. Ein kleiner Eintritt fürs Essen, aber sonst ist es alles ehrenamtlich. Ich bin ja auch für umsonst hier und bekomme keinerlei Geld für meinen Vortrag. Aber warum auch? Normal gehe ich nicht mehr auf so kleine Barcamps, es müsste mein neuntes Barcamp gewesen sein. Innerhalb eines Jahres. Aber Regensburg ist einfach von der Stimmung schön und das möchte ich unterstützen. So wie auch Heidelberg. Und ich bin vom Vortrag her echt gereift. Konnte innerhalb eines Jahres hunderte von Menschen erreichen und ein Netzwerk aufbauen.

Ich traf alte Bekannte so wie Uwe Hauck, Deutschlands Vorzeigedepressiven. Ihn hatte ich ein paar Tage vorher emotional im Radio. Er erzählte über seinen Suizid und seine Depressionen. Und wir stellten da im Vorgespräch fest, dass unsere Lebenslinien doch recht parallel verlaufen sind. Uwe kannte meine Session schon, aber er war wieder dabei. Weil ich doch immer leicht anders erzähle. Und ich ihm auch zweimal den Ball verbal zuwerfen konnte.

Meine Ankündigung „Ich bin im falschen Körper, holt mich hier raus“ lockte knapp 30 Zuhörer*innen. Ich war in meinem Element. Weil ich wusste, das der schwere Knoten an der Arbeit nun in den nächsten Tagen platzt. Was auch gut ist und sein wird. Ich brauche Selbstbestimmtheit, Freiheitsgrade. Anerkennung und Würdigung. Respekt. Das alles gibt es seit Jahren immer weniger und ich leide richtig unter diesem „Mobbing“. So empfinde ich das. Leider wohl nicht die Menschen, die da über mir in der Hierarchie stehen. Nur die, die auf gleicher Ebene mit mir sind, die verstehen mich.

Ich war gut drauf. Bei der Sache, meinem Thema. Bernd Schaffrath filmte alles und das Ergebnis ist in der Mediathek abrufbar. Ich strahlte, so kommentierte es auch Marcia aus München. Ich war präsent, hatte eine Ausstrahlung und spürte innerlich, dass ich nun wieder glücklicher werde. Es Licht gibt. Sicherlich, es mag schwer werden, aber Herausforderungen habe ich nun wahrlich genug erfolgreich in meinem Leben gemeistert. Nach der Dreiviertelstunde gab es noch Fragen. Ungewöhnlich. Interessierte Menschen. Ich habe wohl Einige beeindruckt, so das Einzelfeedback. Ja, Inspiration gebe ich gerne. Im Anschluss hatte ich ein tiefes emotionales Gespräch mit einer tollen Frau, die kasachische Wurzeln hat und sich in Deutschland nicht wohlfühlt. Ihr toller Kommentar ist übersetzt auch lesbar.

Und ich konnte Nicole für meine Radiosendung gewinnen, sie liebt schnelle Autos und erzählt darüber nächsten Sommer. So muss es sein – und ich komme im nächsten Jahr gerne wieder.